Auemeeris


Frühling bei den Auemeeris

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                              

 

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Schneeglöckchen

 

Wenn starr im Froste noch ruht der See,
Noch am Fenster die Blumen von Eis,
Dann blüht schon ein Blümchen aus kaltem Schnee,
Grünfarbig und silberweiß.

Und wenn ein Herz auf den Frühling hofft,
Darin es Winter zur Stund’,
So bringt Schneeglöckchen ihm unverhofft
Zuerst vom Frühling die Kund’.

O, du mein Herz, laß das Klagen sein!
Ob dein Winter auch töten dich will,
Schneeglöckchen läutet den Frühling ein:
Sei still! sei still! sei still!

Und der Frühling weckt Lieder und Blumen zumal,
Und der Frühling kennt keinen Schmerz!
Der hat auch wohl einen Sonnenstrahl
Für ein armes winterlich Herz!

 

 

 

Johann Meyer                                                                 

 

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Der Frühling

 

O seht, die liebe Sonne lacht;
Die Wiese kleidet sich in Pracht;
Zerronnen ist der Winterschnee;
Und Blumen dringen aus dem Klee!

Auf blaue Veilchen sammlen sich
Die kleinen Bienen emsiglich;
Der bunte Buttervogel freut
Sich über sein bemaltes Kleid.

Die Lerche schwingt sich hoch empor;
Im Hain erschallt der Vögel Chor;
Vor allen aber tönt der Schall
Der lieben, kleinen Nachtigall.

Von dir, o Liebe! schallt ihr Lied,
Und das geliebte Weibchen flieht
Zum Männchen hin, und inniglich
Schmiegt sie an seine Seite sich.

O hätt’ ich, liebe Nachtigall,
Wie du so reinen, süßen Schall!
Dann käm’ mein Röschen auch zu mir,
Und freuen könnt’ ich mich mit dir!

 

Johann Martin Miller                                                              

 

 

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Die Tulpe

 

Dunkel
war alles und Nacht.
In der Erde tief
die Zwiebel schlief,
die braune.

Was ist das für ein Gemunkel,
was ist das für ein Geraune,
dachte die Zwiebel,
plötzlich erwacht.

Was singen die Vögel da droben
und jauchzen und toben?
Von Neugier gepackt,
hat die Zwiebel einen langen Hals gemacht
und um sich geblickt
mit einem hübschen Tulpengesicht.

Da hat ihr der Frühling entgegengelacht.

 

Josef Guggenmos                                                                          

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Amselsang und Fliederduft,
liegen in der lauen Luft
Menschen macht euch jetzt bereit,
Denn nun naht die Frühlingszeit....

 

 

 

 

 

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An den Mai

Es ist doch im April fürwahr
Der Frühling weder halb noch gar.
Komm, Rosenbringer, süßer Mai,
Komm du herbei!
So weiß ich, was der Frühling sei.
Wie aber, soll die erste Gartenpracht,
Narzissen, Primeln, Hyazinthen,
Die kaum die hellen Äuglein aufgemacht
Schon welken und verschwinden?
Und mit euch besonders, holde Veilchen,
Wär's dann fürs ganze Jahr vorbei?
Lieber, lieber Mai,
Ach, so warte noch ein Weilchen!

 

Eduard Mörike

 

 

 

 

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30.04.15

Es ist wieder soweit , der April verabschiedet sich , aber wie , diesmal mit Hagel und Sturmböen , letztes Jahr hat er sich mit Gewitter und Sturm verabschiedet , kann mich noch an Jahre erinnern wo es total heiß war ........na ja das war eben einmal..........

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt´!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-
mein Herz ist wie ´ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

Und abends im Städtchen, da kehr´ ich durstig ein:
Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel, das sing´ ich dazu.

Und find ich keine Herberg´, so lieg´ ich zur Nacht
wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Früh´ das Morgenrot mich wach.

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!

Gedichtet von Emanuel Geibel

 

 

 

 

 

Bis bald